IMPULSE THEATER FESTIVAL 2015 - Impulse tag:2015.festivalimpulse.de,2005:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/impulse Textpattern 2017-05-30T16:27:48Z Jens Buss jens@31nord.com https://2015.festivalimpulse.de/ Presse 2012-11-21T14:22:15Z 2015-05-04T22:58:25Z Festival tag:2015.festivalimpulse.de,2012-10-30:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/e6e677ba6e2112bfc69312a1ce78d3c2

Seit mehr als zwanzig Jahren zeigt Impulse die wichtigsten freien Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum und hat sich dabei – wie die Szene selbst – immer wieder neu definiert. Denn „frei“ bedeutet nicht nur, dass die gezeigten Arbeiten außerhalb der Stadttheater produziert werden, sondern vor allem, dass sie ästhetische Alternativen entwickeln und immer wieder neue Ansätze und Herausforderungen suchen. Künstler wie Rimini Protokoll oder René Pollesch wurden bei Impulse erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt.

Die freie Theaterszene ist in den letzten Jahren Teil eines sehr internationalen Netzwerks und eines elaborierten Kunstdiskurses geworden. Impulse – als vielleicht wichtigste internationale Plattform und zugleich starker Lobbyist dieser Szene im deutschsprachigen Raum – fordert die unabhängigen performativen Künste heraus, ihre prinzipielle Freiheit zu nutzen, die Freiheit des Theaters als Medium zu erweitern, zu testen, zu strapazieren, zu überstrapazieren. Die Freiheit, immer wieder von Null anzufangen. Die Freiheit, Strukturen, Hierarchien, Rollenzuschreibungen, Abläufe, Kollaborationen so zu erfinden, wie sie das jeweilige künstlerische Unterfangen braucht – und nicht umgekehrt.

Denn die freie Szene gibt Impulse, wie ein Theater aussehen kann, das nicht in bestimmten Denk- und Bühnenräumen gefangen bleibt. Sie gibt Impulse, die Grenzen zu anderen Genres nicht einfach so zu akzeptieren, wie es Antrags-, Markt- und Marketing-Logiken wollen. Sie gibt Impulse, das Theatrale auch in Kunst, Musik, Literatur, Film, Theorie als Theater zu reklamieren. Sie gibt Impulse, Theater als Kunst anders zu denken. Denn es ist nicht die Aufgabe der freien Szene, kostengünstiges Nachwuchsrepertoire zu sein. Sie ist kein Sonderweg, wie die Theater- und Förderstruktur im deutschsprachigen Raum suggeriert. Sondern eine klare Alternative. In ihrer Kunst wie in ihren Arbeitsstrukturen.

Seit 2013 findet das Festival unter der künstlerischen Leitung von Florian Malzacher statt. Ein Beirat aus Wissenschaft und Kunst begleitet die thematische Ausrichtung von Impulse. Neben dem Gastspielprogramm ausgewählter Produktionen weitet eine offene Ausschreibung den Blick auf Arbeiten auch jenseits der bekannten Pfade. Begleitet wird das Festival durch theoretische und gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen sowie durch eine Materialsammlung im Netz, die spezifische Fragen der freien Theaterszene aufgreift und zur Diskussion stellt.

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Dominik Müller 2012-11-21T14:21:39Z 2015-05-05T19:05:53Z Fokus '15 tag:2015.festivalimpulse.de,2014-09-05:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/5e69c57b1afcb8e7f7ac7813c7bd6573

Was ist das Eigentliche am Theater? Eben nicht nur, dass es in seinen Inhalten die Gesellschaft spiegeln, kritisieren, herausfordern kann. Sondern dass es immer schon in der jeweiligen Form, in der es das tut, ein Ausdruck seiner Zeit ist: Die griechische Polis fand sich im Dionysos-Theater ein, um ihre Werte zu verhandeln. Im Barock war auch das Spiel ganz auf den absoluten Monarchen ausgerichtet. Und nicht zufällig ging das Erwachen des europäischen Bürgertums Hand in Hand mit der Entstehung des bürgerlichen Theaters als ästhetisches und auch konkretes kulturpolitisches Phänomen.
Vor allem die Avantgarden des 20. Jahrhunderts haben dann das Theater als Werkzeug begriffen, mit dem eine Gesellschaft nicht nur gespiegelt oder bestenfalls herausgefordert, sondern konkret verändert werden kann. Brecht wünschte sich ein Theater ohne Unterscheidung zwischen Zuschauer und Schauspieler als moralische Anstalt des Klassenkampfes. Sein Antipode Artaud imaginierte die Aufhebung dieser Grenze als umstürzlerischen Rausch.
Auch wenn diese strukturelle Ähnlichkeit zwischen Politik und Theater auf dem Papier oft radikaler blieb als in ihrer Praxis, haben Künstler das Theater immer als Medium begriffen, in dem soziale und politische Verfahrensweisen ausprobiert werden können, in denen Gesellschaften in ihren verschiedenen – tatsächlichen oder imaginierten – Spielarten performt, weitergedacht, überprüft oder gar erst erfunden werden.

Das Impulse Theater Festival 2015 lädt zehn Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum ein und initiiert außerdem drei Projekte internationaler Künstler in Köln, Düsseldorf und Mülheim, die Gesellschaft nicht nur abbilden, sondern Bedingungen unseres Zusammenlebens ernsthaft hinterfragen oder sich gar unmittelbar in gesellschaftliche Prozesse einmischen. Freies Theater ist noch immer ein politisches und soziales Labor der Gegenwärtigkeit, das zeigt, wie die performativen Künste ihr agonistisches, provokantes Potential entfalten können – ein Potential, das eben nicht einfach sofort integrierbar ist und gesellschaftliche Dysfunktionalitäten, Brüche und Wunden einfach nur kaschiert, sondern diese thematisiert und ausspielt. Denn darum geht es zu einem Zeitpunkt, an dem der ehemals verpönte Leitspruch „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ eine unerwartete Renaissance erlebt: Verhandlungs- und Debattenräume zu eröffnen, in denen Widersprüche nicht nur ausgehalten, sondern sinnfällig überhaupt erst formuliert werden können.

Wie werden wir repräsentiert? Wen repräsentieren wir, mit welchem Recht, in welcher Weise? Diese Fragen zielen ins Herz jeder Gesellschaft und werden in den letzten Jahren – vor dem Hintergrund kriselnder Demokratien – in Politik, Medien, Kunst immer nachdrücklicher gestellt. Und nicht zuletzt natürlich im Theater, dem künstlerischen Medium der Repräsentation von Menschen und Geschichten: Wer und was kann und soll auf der Bühne dargestellt werden?

Impulse 2015 untersucht diese Fragen nicht nur in einer eigenen Konferenz, sondern vor allem in den künstlerischen Beiträgen selbst. „The Civil Wars“ beispielsweise kann als ein Wendepunkt in Milo Raus Arbeit gelesen werden: Statt Andere darzustellen, reflektieren sich die Schauspieler selbst und suchen in ihrem eigenen Leben nach möglichen Erklärungen dafür, warum europäische Jugendliche plötzlich als Krieger nach Syrien ziehen. Gob Squads Arbeit befragt schon immer das eigene Leben – doch mit „Western Society“ erweitern sie ihren Blick und zeichnen das nostalgische Portrait einer Gesellschaft, die es so eigentlich schon nicht mehr gibt, nicht mehr geben kann, nicht mehr geben darf. Gintersdorfer/Klaßen hingegen haben ihre Bühne schon seit Jahren für andere Repräsentationsformen geräumt: „Chefferie“ ist nicht nur ein altes afrikanisches Versammlungsprinzip vieler gleichberechtigter Chefs, sondern auch die Vision von Gintersdorfer/Klaßens künstlerischer Praxis. Mit vielen Stimmen sprechen auch andcompany&Co, wenn sie fragen, was Sprache überhaupt noch kann, aber auch, wie man Kriege beendet, die nie erklärt wurden.
„Ibsen: Gespenster“ der jungen Theatermacher Markus&Markus ist ein theatrales Denkmal für einen Menschen, der nicht mehr lebt und für die Konfrontation mit einem realen Freitod: Was kann man im Theater zeigen, wie wahr, wie nah, wie ernst, wie voyeuristisch darf es sein? Sind wir Voyeure oder Zeugen? Ebenso persönlich wie politisch ist es auch, wenn Rabih Mroué in „Riding on a Cloud“ seinen Bruder auftreten lässt, für den Repräsentation tatsächlich keine Bedeutung mehr hat: Als Kind hat er nach einer schweren Verwundung im libanesischen Bürgerkrieg die Fähigkeit verloren, die Realität in Worten und auf Bildern wiederzuerkennen.
Doch Theater repräsentiert nicht nur, es ist zugleich ein realer Ort mit realen Verhandlungen zwischen Menschen. Herbordt/Mohrens „Die Aufführung “ ist zugleich Repräsentation und das Ding an sich, ein Spiel mit Kategorien und Zuschreibungen, bei dem die Zuschauer maximale Entscheidungsfreiheit behalten, viel dürfen, aber nichts müssen. Solche Entscheidungsfreiheit ist uns auf beklemmende Weise in „Anonymous P.“ von Chris Kondek & Christiane Kühl längst genommen: Unsere Daten werden von Geheimdiensten und kommerziellen Kompanien verschachert mit dem Ziel, jeden unserer Schritte vorherbestimmen zu können. Wenn wir uns anschließend gemeinsam mit Hendrik Quast & Maika Knoblich noch einmal um eine mühevoll wieder zusammengebastelte deutsche Eiche versammeln, dann ist klar: Die Utopie einer selbstbestimmten Identität ist fragil.

Eine Produktionen, die im Kontext unserer Beschäftigung mit Agonismus und Repräsentanz im Theater ebenfalls beispielhaft ist, findet ihren Weg indirekt ins Impulse-Programm: In der Filmdokumentation von Milo Raus „Moscow Trials“ verhandeln Künstler, Kuratoren, radikale Orthodoxe und reaktionäre Journalisten über die Freiheit der Kunst. Zudem bringt die Performance-Band Maiden Monsters den „Sound of Crisis“ von ihrer Tour durch Griechenland nach Mülheim – und damit ein etwas anderes Bild von Europas Süden als es in Deutschland derzeit propagiert wird.

Drei internationalen Eigenproduktionen rahmen das Impulse-Programm: In Mülheim/Ruhr siedelt sich dauerhaft die vom kurdischen Künstler Ahmet Öğüt initiierte „Silent University” an, eine autonome Plattform für Wissensaustausch von und für Geflüchtete, Asylsuchende und Migranten. Die niederländische Regisseurin Lotte van den Berg verwirklicht mit „Building Conversation” am FFT in Düsseldorf Theater als das, was bleibt, wenn man alles Unnötige abzieht: eine Verabredung zum Gespräch mit definierten Spielregeln, das Reden miteinander als Theater. Die Gesprächsräume hingegen, die der bildende Künstler und Filmemacher Phil Collins mit Studierenden aus Köln und Ramallah bei „Our Position Vanishes“ schafft, sind mobil: Die Busse, die unsere Partnerhäuser, die studiobühne in Köln und das FFT in Düsseldorf, mit dem Festivalzentrum am Ringlokschuppen Ruhr verbinden, werden kollektive Erfahrungsräume, in denen sich Geografien und Sounds politische Theorien und konkrete Aktionen überlagern.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte konzentriert sich das Impulse Theater Festival zu seinem 25. Geburtstag auf eine Stadt: Der Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim wird für zehn Tage zum Zentrum des freien Theaters, während Düsseldorf und Köln als assoziierte Partner mit an Bord sind. Künftig findet Impulse wieder jährlich statt und die beteiligten Städte werden abwechselnd Hauptorte des Festivals.

-> Inhaltlichens Konzept 2015

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Presse 2012-11-21T14:20:57Z 2015-05-04T22:57:03Z Team tag:2015.festivalimpulse.de,2012-10-30:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/3e6ee5f99afe505198fafc9db1a65b84

Florian Malzacher – Künstlerischer Leiter
Nadine Vollmer – Dramaturgin
Heike Diehm / k3 berlin – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dominik Müller – Künstlerische Assistenz

Emily Keller – Produktionsleitung

NRW KULTURsekretariat
Dr. Christian Esch – Direktion
Dirk Fortmann – Verwaltungsleitung
Martin Maruschka – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

BIO

Florian Malzacher

Künstlerischer Leiter

Florian Malzacher war von 2006 bis 2012 Leitender Dramaturg/Kurator des spartenübergreifenden Festivals steirischer herbst in Graz. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen arbeitete er zunächst vor allem als Theaterkritiker und Kulturjournalist. Er ist Gründungsmitglied des Kuratorenkollektivs Unfriendly Takeover in Frankfurt (2000-2007). Er (co-)kuratierte u.a. die 4. und 5. Internationale Sommerakademie am Künstlerhaus Mousontrum (Frankfurt 2002 und 2004), „Performing Lectures” (Frankfurt 2004-06), das „Wörterbuch des Krieges” (Frankfurt, München, Graz, Berlin 2006/07), sowie den 170-stündigen Marathon „Truth is concrete” zu künstlerischen Strategien in der Politik (steirischer herbst/Graz 2012). Als Dramaturg arbeitete er an Theatern wie dem Burgtheater Wien oder dem Künstlerhaus Mousonturm mit Künstlern wie Rimini Protokoll, Lola Arias, Mariano Pensotti und Nature Theater of Oklahoma. Er unterrichtete u.a. an Universitäten in Wien, Frankfurt und Berlin. Er ist Beirat von DasArts – Master of Theatre, Amsterdam (seit 2009) sowie Berater der Schillertage Mannheim (seit 2010) und Mitglied der Zürcher Theaterkommission (seit 2013). Er ist (Mit-)Herausgeber und Autor u.a. von Büchern über die Theatergruppen Forced Entertainment und Rimini Protokoll sowie über das Kuratieren performativer Künste. Zuletzt erschien bei Sternberg Press „Truth is Concrete. A Handbook for Artistic Strategies in Real Politics.”

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Dominik Müller 2012-11-20T23:00:01Z 2015-05-04T23:02:46Z Beirat tag:2015.festivalimpulse.de,2014-04-08:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/d25702684a219a72711a7e7a4528fccc

Für die Impulse Theater Biennale 2015 wurde wiederum ein interdisziplinärer Beirat aus Wissenschaft und Kunst bestellt. Inke Arns die Künstlerische Leiterin des Dortmunder Hardware Medien Kunstverein, die Kunsthistorikerin und Professorin für Bildwissenschaften Beatrice von Bismarck, der Philosoph Boris Buden, der Theaterwissenschaftler André Eiermann, Soziologe und politischer Theoretiker Oliver Marchart, der Soziologe Vassilis Tsianos sowie die Freie Kuratorin und frühere Impulsedramaturgin Stefanie Wenner begleiten die thematische Konzeption der zweiten Impulse Theater Biennale unter der Künstlerischen Leitung von Florian Malzacher.

BIOS

Inke Arns

ist seit 2005 künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein Dortmund (www.hmkv.de). Seit 1993 arbeitet sie als freie Kuratorin und Autorin mit den Schwerpunkten Medienkunst und -theorie, Netzkulturen und Osteuropa. Sie absolvierte ein Studium der Slawistik, Osteuropastudien, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Berlin und Amsterdam, promovierte 2004 an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Von ihr kuratierte Ausstellungen im In- und Ausland umfassen, u.a. „History Will Repeat Itself“ (2007), „The Oil Show“ (2011), „Sounds Like Silence“ (John Cage – 4’33’’ – Stille heute / 1912 – 1952 – 2012) (2012), „His Master’s Voice: Von Stimme und Sprache“ (2013). Arns ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen und Ausstellungskataloge. www.inkearns.de


Beatrice von Bismarck

ist Professorin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaft an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Von 1989 bis 1993 arbeitete sie in der Abteilung 20. Jahrhundert am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main, von 1993 bis 1999 an der Universität Lüneburg, und war dort auch Mitbegründerin und –leiterin des „Kunstraum der Universität Lüneburg“. An der HGB Leipzig war sie Mitbegründerin und – leiterin des /D/O/C/K-Projektbereich sowie Initiatorin des Studiengangs „Kulturen des Kuratorischen“ (seit 2009). In ihrer aktuellen Forschung befasst sie sich mit Theorie und Praxis verbindenden Ansätzen kultureller Produktion, kuratorischem Handeln, kultureller Praxis und Globalisierungseffekten und Funktionen des postmodernen Künstlerbilds. Zuletzt erschienen von ihr: „Auftritt als Künstler“ (2010), „Cultures of the Curatorial“ (hg. mit Jörn Schaffaf und Thomas Weski, 2012) und „Timing – On the temporal Dimension of Exhibiting“ (hg. mit Rike Frank, Benjamin Meyer-Krahmer, Jörn Schaffaf und Thomas Weski, 2014).


Boris Buden

ist Philosoph und Kulturtheoretiker. Er studierte Klassische und Moderne Philosophie in Klagenfurt, Zagreb und Ljubljana und promovierte an der Humboldt Universität Berlin. Seit 1984 arbeitet als freier Journalist und Publizist. Er war Gründer und Redakteur der gesellschafts- und kulturpolitischen Zeitschrift Arkzin in Zagreb und ist Gründer und Chefredakteur des Bastard Verlags, der 1998 die erste kroatische Wiederauflage des „Manifest der kommunistischen Partei“ mit einem Vorwort Slavoj Žižeks veröffentlichte. Buden übersetzte die Schriften Siegmund Freuds ins Kroatische. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. die Essaybände „Barricades I“ (1996) und „Barricades II“ (1997), „Der Schacht von Babel. Ist Kultur übersetzbar?“ (2004) sowie zuletzt „Zone des Übergangs: Vom Ende des Postkommunismus“ (2009).


André Eiermann

ist Theaterwissenschaftler und aktuell Gastprofessor für Theorie und Geschichte des Theaters an der Universität der Künste Berlin. Seit Ende 2013 arbeitet er als Dramaturg mit der in Brüssel ansässigen Gruppe fieldworks zusammen, deren Projekte sich im Schnittfeld von Performance-, Installations- und Medienkunst bewegen. Er hat am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert und promoviert. Mit der Arbeit an eigenen künstlerischen Projekten begann er 2001. Seine Dissertation Postspektakuläres Theater – Die Alterität der Aufführung und die Entgrenzung der Künste erschien 2009. Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit Aspekten der Illusion in der zeitgenössischen Kunst. Er lehrt und forscht in verschiedenen akademischen Kontexten, neben Gastdozenturen in Deutschland und der Schweiz war er u.a. als Postdoktorand am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft tätig, wo er 2012 die Tagung TO DO AS IF – Realitäten der Illusion im zeitgenössischen Theater veranstaltete. Von 2010 bis 2011 vertrat er die Professur für Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main.


Oliver Marchart

ist Professor für Soziologie an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2006 bis 2012 war er Förderungsprofessor des Schweizerischen Nationalfonds SNF am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Er absolvierte ein Studium der Philosophie in Wien und der politischen Theorie und Diskursanalyse an der University of Essex. Forschungsschwerpunkte sind u.a. Gesellschafts- und Politische Theorie sowie Kunst- und Kultursoziologie. Veröffentlichungen (Auswahl): „Das unmögliche Objekt. Eine postfundamentalistische Theorie der Gesellschaft“ (2013), „Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben“ (2011), „Hegemonie im Kunstfeld. Die documenta-Ausstellungen dX, D11, d12 und die Politik der Biennalisierung“ (2008) und „Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and the Public Sphere“ (in Vorbereitung).


Vassillis Tsianos

studierte Soziologie, Politologie und Psychologie in Hamburg. 2007 promovierte er sich dort mit der Dissertation „Imperceptible Politics. Rethinking Radical Politics of Migration and Precarity today“ zur Beziehung zwischen Migration und Prekarität. Von 2007 bis 2009 koordinierte er den Deutschen Beitrag zum EU-Projekt „Young Urban Cartographies YouMap“. 2010 bis 2013 war er Projektkordinator des Forschungsschwerpunkts „Border crossings“ im EU Projekt „MIG@NET transnational digital networks. migration and gender“. Er veröffentlichte „Escape Routes. Control and Subversion in 21. Century“ (2008). Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät für Wirstschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und als Kurator, u.a. „The Art of Being Many“ (2014).


Stefanie Wenner

studierte Philosophie, Soziologie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Bologna, Köln und Berlin und promovierte an der FU Berlin im Fach Philosophie. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin an verschiedenen Universitäten und Hochschulen (FU Berlin, HMT Leipzig u.a.) ist sie vor allem als Kuratorin von Ausstellungen, thematischen Wochenenden und Festivals im Bereich der Bildenden und Darstellenden Kunst tätig. Seit 2003 frei und von 2008 bis 2012 hat sie fest für das Berliner HAU (Hebbel am Ufer) gearbeitet, wo sie u.a. die Festivals „Kunst und Verbrechen. Art without Crime“, „Your Nanny hates you! Ein Festival zum Thema Familie“, „ZELLEN“ und „Lunapark Berlin“ kuratiert hat. Von 2012 bis 2013 arbeitete sie als Dramaturgin und Kuratorin für die Impulse Theater Biennale. Derzeit bereitet sie ihr neuestes Projekt, das Festival „MYKORRHIZA: Ein Apparat“ an den Uferstudios in Berlin vor.

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Presse 2012-10-30T16:43:25Z 2015-10-07T11:03:17Z Open Call tag:2015.festivalimpulse.de,2012-10-30:630cc627dbf320ab938d10342e59f70a/781168099a179914fe389ef18b26c2ca

Ausschreibung Impulse Theater Festival 2016
Einsendeschluss: 15. November 2015

Seit 25 Jahren zeigt Impulse die wichtigsten freien Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum. „Frei“ bedeutet für das Festival nicht nur, dass die gezeigten Arbeiten außerhalb der Stadttheater produziert werden, sondern vor allem, dass sie ästhetische Alternativen entwickeln, immer wieder neue Ansätze und Herausforderungen suchen und die Freiheit des Theaters als Medium erweitern, testen, strapazieren, überstrapazieren: Die Freiheit, immer wieder von Null anzufangen. Die Freiheit, Strukturen, Hierarchien, Rollenzuschreibungen, Abläufe, Kolla-borationen so zu erfinden, wie sie das jeweilige künstlerische Unterfangen braucht – und nicht umgekehrt.
Die freie Szene gibt Impulse, wie ein Theater aussehen kann, das nicht in bestimmten Denk- und Bühnenräumen gefangen bleibt. Sie gibt Impulse, die Grenzen zu anderen Genres nicht einfach so zu akzeptieren, wie es Antrags-, Markt- und Marketing-Logiken wollen. Sie gibt Impulse, das Theatrale auch in Kunst, Musik, Literatur, Film, Theorie, Politik als Theater zu reklamieren. Sie gibt Impulse, Theater als Kunst anders zu denken.

Auch 2016 zeigt Impulse herausragende Arbeiten der deutschsprachigen freien Theaterszene – und fragt dabei nach Möglichkeiten von Theater, gesellschaftlich wirksam zu sein. Wir laden TheatermacherInnen und andere KünstlerInnen mit Lebensmittelpunkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein, Produktionen und Projekte einzureichen, die im Rahmen des in Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr stattfindenden Festivals vom 16. bis 25. Juni 2016 gezeigt werden können: einen Theaterabend, eine Choreografie, eine performative Installation, eine kollektive Performance, eine musikalische Plastik, eine öffentliche Intervention…

Die offene Ausschreibung ergänzt unsere laufenden Recherchen und Sichtungen und ermöglicht einen direkten Überblick über das, was im Bereich des freien Theaters auch jenseits der üblichen Wege stattfindet. Die Begutachtung und die Dis-kussion über die eingereichten Vorschläge erfolgt mit Unterstützung des interdisziplinären Impulse-Beirats.

Wir freuen uns auf überraschende, provokante, konsequente Einreichungen.

SPIELREGELN

Eingereicht werden können fertige Produktionen und Projekte (als Gastspiel oder Adaption), deren Premiere nicht länger als Januar 2015 zurückliegt oder bis Ende Januar 2016 stattfindet.

Bitte reichen Sie je nur 1 Arbeit ein.

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ausschließlich auf digitalem Weg ein:

- Betreff: Name der Gruppe/der/s Künstlers/in – Titel des Projekts
- Projektbeschreibung von max. 3 DIN A4-Seiten, in deutscher oder englischer Sprache1
- Bei notwendiger Adaption bitte Vorschlag zur Realisierbarkeit beifügen1
- Möglichst vollständige Videodokumentation der Arbeit als Vimeo-Link bzw. Erläuterung, warum aufgrund des Formats eine Dokumentation nicht möglich oder sinnvoll ist.2
- Budgetvorschlag (mögliche Adaptionskosten beachten)1
- Kontaktdaten2
- Vita1
- Künftige Aufführungstermine2

Einsendeschluss ist der 15. November 2015.

Einsendungen an: ausschreibung@festivalimpulse.de

*Text- und Tabellendokumente bitte im PDF-Format einreichen.

**Diese Angaben bitte gut sichtbar direkt in der Mail mitteilen.

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